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Zapfendystrophie

Wolfgang erzählte uns von seiner Zapfendystrophie. Dabei erwähnte er, dass die Netzhaut unterversorgt sei, und dadurch die Sehschärfe und das Farbsehen stark beeinträchtigt würden. Seine Sehbehinderung ist vererbbar. Wichtig zu wissen ist, dass zwar Frauen Zapfendystrophie vererben können, die Krankheit jedoch nur bei Männern „ausbricht“

Umgangssprachlich wird die Zapfendystrophie auch häufig als „Tagblindheit“ bezeichnet. Menschen mit dieser Sehbehinderung haben eine erhöhte Blendeempfindlichkeit, weswegen sie ständig Sonnenbrillen tragen.

Wie kommt es zu dieser erhöhten Blendeempfindlichkeit?

Bei einer Zapfendystrophie funktionieren die Tagessehzellen nicht richtig, weswegen die Nachtsehzellen für diese arbeiten müssen. Das Problem dabei ist, dass das Tageslicht zu hell für die Nachtsehzellen ist – daher fühlen sich Menschen mit einer Tagblindheit andauernd geblendet.

Das Umgebungslicht ist so selten angenehm, dass viele am liebsten in dunklen Räumen sitzen.

Wolfgangs Sehschärfe beträgt 5-10%, dies führt auch zu Problemen bei Distanzenabschätzung. Oft ist es schwer bei Stufen zu erkennen, ob diese nach oben oder unten führen, oder diese überhaupt zu erkennen.

Wie bereits erwähnt, wirkt sich seine Zapfendystrophie auch massiv auf sein Farbsehen aus. Für Wolfgang wirken Neonfarben matt und dunkel – das Problem das hierbei entsteht ist folgendes: Viele Dinge, die durch ihre auffälligen Farben alarmierend wirken sollen, fallen nicht so auf. Es ist schwer oder gar unmöglich das Leuchten der Ampel richtig wahrzunehmen.  Auch schrille Warnwesten erwecken keine Aufmerksamkeit, weil sie schlicht und einfach nicht erkennbar als solches sind.

Aufgrund dieser unterschiedlichen Problemfälle müssen Leute mit einer Zapfendystrophie vermehrt auf andere Menschen vertrauen.

Läufst du also über eine rote Ampel, gefährdest du nicht nur dich und andere Verkehrsteilnehmer auf der Fahrbahn. Mit deiner Aktion könntest du auch andere Menschen, die weniger sehen, dazu animieren, die Straße zu überqueren und sich dadurch automatisch in Gefahr zu begeben.